Fakten: THG-Quote für Ladesäulen

THG-Quote für öffentliche Ladesäulen: Das müssen Bauherren wissen

THG-Quote für öffentliche Ladesäulen: Das müssen Bauherren wissen
Bild: Michael Schwarzenberger / Pixabay

THG-Quote für öffentliche Ladesäulen: Das müssen Bauherren wissen

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Foto / Logo von BauKIBauKI: THG-Quote für öffentliche Ladesäulen: Zahlen, Daten und Hintergründe aus Quellen und Studien

Kurz-Zusammenfassung

Die THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote) ist ein Instrument, das Betreibern öffentlicher Ladesäulen ermöglicht, Zusatzerlöse durch den Verkauf von Emissionsminderungen zu erzielen. Durch die Bereitstellung von Strom für Elektrofahrzeuge tragen sie zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor bei. Um von der THG-Quote zu profitieren, müssen Ladesäulen öffentlich zugänglich sein und bestimmte eichrechtliche Anforderungen erfüllen. Dienstleister unterstützen Betreiber bei der Registrierung und Vermarktung der THG-Quoten, wodurch der administrative Aufwand minimiert wird.

Fakten zur THG-Quote für öffentliche Ladesäulen

  1. Definition THG-Quote: Die THG-Quote verpflichtet Mineralölunternehmen, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Sie können dies unter anderem durch den Kauf von THG-Zertifikaten von Betreibern öffentlicher Ladesäulen erreichen.
  2. Einnahmen durch THG-Quote: Betreiber öffentlicher Ladesäulen können Einnahmen generieren, indem sie die durch den an E-Fahrzeuge abgegebenen Strom eingesparten CO2-Emissionen als THG-Quote verkaufen. Die Höhe der Einnahmen variiert je nach Strommenge und aktuellem Marktpreis für THG-Zertifikate. Laut verschiedenen Anbietern liegen die Erlöse pro Ladepunkt und Jahr im Bereich von mehreren hundert Euro.
  3. Öffentliche Zugänglichkeit: Laut der Bundesnetzagentur gilt eine Ladesäule als öffentlich zugänglich, wenn sie von einem unbestimmten Nutzerkreis jederzeit oder während der üblichen Betriebs- oder Öffnungszeiten genutzt werden kann. Dies umfasst Ladesäulen auf Supermarktparkplätzen, in Parkhäusern und auf frei zugänglichen Firmenparkplätzen.
  4. Eichrechtskonformität: Ladesäulen müssen eichrechtskonform sein, um die abgegebene Strommenge korrekt zu messen und abzurechnen. Die Eichrechtskonformität wird durch eine geeichte Messeinrichtung und ein manipulationssicheres Backend-System gewährleistet.
  5. Registrierung bei der Bundesnetzagentur: Betreiber müssen ihre Ladesäulen bei der Bundesnetzagentur registrieren, um eine Betreibernummer zu erhalten. Diese Nummer ist erforderlich, um die THG-Quote geltend zu machen.
  6. Ladesäulenregister: Für die Registrierung sind Informationen wie Standort, Inbetriebnahmedatum, Nennleistung und Bezahlsysteme erforderlich. Insbesondere für Schnellladepunkte ist ein Inbetriebnahmeprotokoll notwendig.
  7. Dienstleister zur Unterstützung: Es gibt Dienstleister, die Betreiber bei der Vermarktung der THG-Quoten unterstützen und den Prozess der Datenübermittlung übernehmen. Diese Dienstleister bündeln die Quoten kleinerer Betreiber und vermarkten sie an die verpflichteten Unternehmen.
  8. Berechnung der THG-Quote: Die Berechnung der THG-Quote basiert auf der Menge des an Elektrofahrzeuge abgegebenen Stroms und einem spezifischen Emissionsfaktor, der die durchschnittlichen CO2-Emissionen des deutschen Strommixes berücksichtigt. Dieser Emissionsfaktor wird jährlich vom Umweltbundesamt veröffentlicht.
  9. Förderung der Elektromobilität: Die THG-Quote ist ein Instrument zur Förderung der Elektromobilität, da sie einen finanziellen Anreiz für den Ausbau der Ladeinfrastruktur bietet. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) ist die THG-Quote ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor.
  10. Rechtliche Grundlage: Die rechtliche Grundlage für die THG-Quote ist im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und der dazugehörigen Treibhausgas-Emissionshandelsverordnung (TEHG) festgelegt.
  11. Marktpreise für THG-Zertifikate: Die Marktpreise für THG-Zertifikate variieren und hängen von Angebot und Nachfrage ab. Laut verschiedenen Quellen bewegen sich die Preise aktuell zwischen 100 und 400 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent.
  12. Anmeldung der THG-Quote: Die Anmeldung der THG-Quote erfolgt in der Regel jährlich. Betreiber müssen die relevanten Daten über die abgegebene Strommenge an einen Dienstleister übermitteln, der die Daten bündelt und an das Umweltbundesamt weiterleitet.
  13. Einfluss der Ladeleistung: Die Ladeleistung der Ladesäule hat einen direkten Einfluss auf die Menge des abgegebenen Stroms und somit auf die Höhe der THG-Quote. Schnellladesäulen mit hoher Ladeleistung können entsprechend höhere Einnahmen generieren.
  14. Zukunft der THG-Quote: Die THG-Quote ist ein Instrument, das voraussichtlich auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Förderung der Elektromobilität spielen wird. Die genaue Ausgestaltung der THG-Quote kann sich jedoch im Laufe der Zeit ändern, um den sich ändernden Rahmenbedingungen anzupassen.
  15. Wirtschaftlichkeit für Betreiber: Die THG-Quote kann einen wesentlichen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Betriebs öffentlicher Ladesäulen leisten. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) können die Einnahmen aus der THG-Quote einen signifikanten Anteil der Betriebskosten decken.

Mythen vs. Fakten

  • Mythos: Die Anmeldung der THG-Quote ist kompliziert und zeitaufwendig. Fakt: Es gibt spezialisierte Dienstleister, die den gesamten Prozess übernehmen und den Aufwand für Betreiber minimieren.
  • Mythos: Nur große Ladesäulenbetreiber profitieren von der THG-Quote. Fakt: Auch Betreiber einzelner oder weniger Ladesäulen können von der THG-Quote profitieren, indem sie sich einem Dienstleister anschließen, der die Quoten bündelt.
  • Mythos: Die THG-Quote ist eine unsichere Einnahmequelle. Fakt: Die THG-Quote ist gesetzlich verankert und bietet eine relativ stabile Einnahmequelle, solange die Elektromobilität gefördert wird. Die Höhe der Einnahmen kann jedoch je nach Marktpreis für THG-Zertifikate variieren.
  • Mythos: Jede Ladestation kann automatisch für die THG-Quote angemeldet werden. Fakt: Nur öffentlich zugängliche Ladestationen, die den rechtlichen Anforderungen entsprechen, können für die THG-Quote angemeldet werden.
  • Mythos: Die THG-Quote deckt alle Kosten für den Betrieb einer Ladestation. Fakt: Die THG-Quote ist eine zusätzliche Einnahmequelle, die die Wirtschaftlichkeit verbessern kann, aber in der Regel nicht alle Betriebskosten deckt.

Fakten-Übersicht

Faktenübersicht zur THG-Quote
Aussage Quelle Jahreszahl
Definition THG-Quote: Verpflichtung zur Reduktion von Treibhausgasemissionen durch Mineralölunternehmen. Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) -
Öffentliche Zugänglichkeit: Ladesäule muss von einem unbestimmten Nutzerkreis nutzbar sein. Bundesnetzagentur -
Eichrechtskonformität: Korrekte Messung und Abrechnung der abgegebenen Strommenge. Eichrecht -
Registrierung: Ladesäulen müssen bei der Bundesnetzagentur registriert werden. Bundesnetzagentur -
Berechnung der THG-Quote: Basierend auf abgegebener Strommenge und Emissionsfaktor. Umweltbundesamt -
Marktpreise für THG-Zertifikate: Variieren je nach Angebot und Nachfrage. Diverse Dienstleister Aktuell
Förderung der Elektromobilität: Finanzieller Anreiz für den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) -
Wirtschaftlichkeit: THG-Quote kann einen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit leisten. Fraunhofer ISI Studie vorhanden
Anmeldung der THG-Quote: Jährliche Datenübermittlung über Dienstleister. Dienstleister -
Zukunft der THG-Quote: Wichtige Rolle bei Förderung der Elektromobilität erwartet. Branchenprognosen -

Quellenliste

  • Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
  • Treibhausgas-Emissionshandelsverordnung (TEHG)
  • Bundesnetzagentur: Informationen zur öffentlichen Zugänglichkeit von Ladesäulen
  • Umweltbundesamt: Emissionsfaktoren für Strommix
  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI: Studien zur Wirtschaftlichkeit von Ladeinfrastruktur

Kurz-Fazit

Die THG-Quote bietet Betreibern öffentlicher Ladesäulen eine attraktive Möglichkeit, Zusatzerlöse zu generieren und einen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Verkehrssektor zu leisten. Die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen sind klar definiert, und spezialisierte Dienstleister unterstützen Betreiber bei der Umsetzung. Die THG-Quote ist ein wichtiger Baustein für den Ausbau einer nachhaltigen Ladeinfrastruktur und die Förderung der Elektromobilität.

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