Frage: Wie bewertet man die Energiezufuhr und Energieabfuhr eines einzelnen Raumes (bei Haus BJ 1965)?
(gut die Energiezufuhr = Heizungssache lasse ich in diesem Thema mal weg)
Worum es konkret geht:
Konkret geht es mir nicht so sehr um die mathematische Berechnung, sondern vor allem um die Parameter (wie Außentemperatur, Windstärke, Temperatur der Nachbarräume) die einzuhalten sind.
Vorgeschichte: (warum ich mich damit beschäftige)
Mein Mieter kürzt mir die Miete um 5 % weil Fenster undicht (DINAbk. 18055) und um weitere 10 %, weil in der Stube bei Minusgraden und Wind keine 17 Gradcelsisius erreicht werden können (ich weiß nun nicht warum er gerade 17 Gradcelsius erwähnt - meistens gibt es ja immer gerade Zahlen in Gerichtsurteilen usw. 16,18 , 20 Grad - aber er sagt eben 17 Grad). Um diesem Problem auf die Spur zu kommen müssten wohl 2 vielleicht sogar 3 Gutachter kommen.
Die 3 Gutachter für Energiegutachten:
1. Ein Gutachter für Schäden am Gebäude (für Energiebedarfsrechnung nach 4108, der vor allem den Wärmeverlust durchs Mauerwerk (Wärmeleitung mit den verschiedenen K-Werten) feststellen kann (und die Gesamtrechnung für 1. bis 3. macht). Er sieht dann auch ob Defekte am Mauerwerk vorliegen.
2. Einen Gutachter für die Fenster, der sich mit der Fugendurchlässigkeit auskennt (ähnlich DIN 18055 bei Neubauten). Er wird wohl mit der Blower-Door-Test-Methode die Luftaustauschzahl und damit den Wärmeverlust durch Konvektion bei verschiedenen Windstärken feststellen können und über die Luftwärmekapazität den Konvektionswärmeverlust berechnen können.
3. Einen Gutachter für die Heizungsanlage, der feststellen kann ob die Heizung noch genug Leistung abgibt und die Heizungswärme an den richtigen Heizkörper richtig verteilt wird (OK das mit der Heizung (Energiezufuhr) ist ein Thema für sich).
Nun meine Frage zu den einzuhaltenen Parametern mal konkretisiert. Es geht um eine Einzelzimmerbetrachtung, was zu 50 % Außenmauern hat und zu 50 % Innenraummauern. Hinzu kommt, dass der Raum unterkellert ist und mit einer Betondecke zum darüber liegende Raum abgeschlossen ist (korrekte Raumgeometrie (l=525 x b=400 x h=2,50) Innenmauern/Außenmauern 50 %/50 %):
1. Frage: Wo finde ich etwas zu Umgebungsparametern (Außentemperatur., Raumtemperatur, Umgebungsraumtemperatur, Innenraumdruck) die bei einer Energiebedarfsrechnung für einen separaten Raum einzuhalten sind?
Laienparameter:
Als Laie denke ich bei - 15 Grad Außentemperatur. ; Rauminnendruck - 10 Pa; Kellertemp +8 Gradcelsius; direkt anschließende Räume 15 Gradcelsius sollte eine Rauminnentemperatur von 18 Gradcelsius erreicht werden.
Stimmen meine Einschätzungen vor allem mit den Temperaturen (für die Nachbarräume) so überein. Bei meiner Laienannahme gehe ich davon aus, dass zwischen den Zimmern nur ein Temperaturgefälle von 3 Grad durchs Mauerwerk stattfindet. Die Wärmeleitung durch die Innenmauer dürfte dann wohl vernachlässigt werden, da das Temperaturgefälle an der Außenmauer 33 Grad beträgt) (Wärmedurchleitung schätzungsweise 100 mal so groß bei gleichem Baustoff und Dicke - na gut die Innenwände sind dünner).
Frage 1 (nochmal):
Kann mir jemand sagen welche Parameter man für alle Temperaturen wählen muss? Das müsste doch irgendwo in der DIN 4108 stehen.
Weiteres Problem:
Im Gegensatz zum Konvektionswärmeverlust ist es für den Laien wohl besonders schwierig den Wärmeleitungsverlust durch die Wand zu berechnen. Selbst wenn er Mauerdicke K-Werte usw. kennt, so muss er ja noch die Ecken des Raumes und Maueranschlüsse außen (Wärmebrücken) berücksichtigen wo die normale Wärmeleitungsgleichung aus dem Schulphysikbuch (die ja nur für Platten gilt) nicht mehr ausreichend ist.
2. Frage: Gibt es eigentlich fertige Computer-Programme, die es einem Laien durch Eingabe der Raumgeometrie, der Baustoffschichtung und Baustoffdicken den Wärmedurchgang und schließlich den Gesamtwärmeverlust eines Raumes zu berechnen? Sind solche Routinen vielleicht auf der CD vom "Wendehorst" (das ist ja wohl das gängigste Baubuch). Ich denke, eben, dass jeder Gebäudegutachter die Rechnung mit fertigen Computerrountinen macht (obwohl er natürlich fähig wäre sowas auch per Hand auszurechnen). Wenn es solche Programme für Laien geben sollte, dann müsste ihm in der Benutzerführung sehr viel geholfen werden (bei der richtigen Auswahl der Baustoffe usw.).
PS: Sollte mir jemand Antworten, denn entschuldigen Sie, dass ich evtl. nicht sofort zurück Antworten kann, weil ich mich dazu noch anmelden muss.