Grundlagen: Trockenbau mit Kunststoffplatten

Trockenbau mit Kunststoffplatten

Trockenbau mit Kunststoffplatten
Bild: Stefan Lehner / Unsplash

Trockenbau mit Kunststoffplatten

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Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein Haus aus Legosteinen. Die Legosteine sind in diesem Fall die Trockenbauplatten. Früher waren das meistens klassische Materialien wie Gipskartonplatten (Rigips). Aber heute gibt es viele verschiedene Arten von "Legosteinen“, nämlich Kunststoffplatten. Diese sind manchmal besser geeignet, je nachdem, was Sie bauen möchten. Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtigen "Legosteine“ – also Kunststoffplatten – für Ihr Bauprojekt auszuwählen.

Was sind Kunststoffplatten im Trockenbau?

Trockenbau bedeutet, dass Sie Wände oder Decken ohne wasserhaltige Materialien wie Mörtel oder Beton erstellen. Stattdessen werden Platten auf eine Unterkonstruktion geschraubt oder geklebt. Kunststoffplatten sind dabei eine moderne Alternative zu traditionellen Materialien. Sie bieten oft Vorteile in Bezug auf Gewicht, Feuchtigkeitsbeständigkeit und Bearbeitbarkeit. Im Gegensatz zu verputzten Wänden geht es schneller, ist sauberer und kann oft auch von handwerklich begabten Laien durchgeführt werden.

Der Begriff "Kunststoffplatte“ ist sehr weit gefasst. Es gibt viele verschiedene Arten von Kunststoffen, die für den Trockenbau geeignet sind. Jede Art hat ihre spezifischen Eigenschaften und Vorteile. Es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen, um die richtige Wahl für Ihr Projekt zu treffen. Im Wesentlichen unterscheiden sich die verschiedenen Platten in der Zusammensetzung des Kunststoffs, der Stärke, dem Gewicht und den daraus resultierenden Anwendungsgebieten.

Schlüsselbegriffe im Überblick

Um die verschiedenen Arten von Kunststoffplatten besser zu verstehen, ist es hilfreich, einige Schlüsselbegriffe zu kennen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick:

Glossar: Fachbegriffe rund um Kunststoffplatten
Fachbegriff Einfache Erklärung Alltags-Beispiel
Acrylglasplatte Eine transparente Kunststoffplatte, die oft als Alternative zu Glas verwendet wird. Eine Duschkabine aus Acrylglas ist leichter und bruchsicherer als eine aus echtem Glas.
FRP (Fiberglass Reinforced Plastic) Eine Platte aus glasfaserverstärktem Kunststoff, sehr widerstandsfähig und feuchtigkeitsbeständig. Wände in einem Schwimmbad, die oft mit FRP-Platten verkleidet sind, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen.
PVC (Polyvinylchlorid) Eine kostengünstige und vielseitige Kunststoffplatte, die oft recycelt wird. Bodenbeläge in Büros oder Küchen, die oft aus PVC bestehen.
OSB (Oriented Strand Board) Eine Holzwerkstoffplatte aus verleimten Holzspänen, die auch im Trockenbau eingesetzt werden kann. Der Rohbau eines Holzhauses, bei dem OSB-Platten als Beplankung verwendet werden.
Gipskartonplatte (Rigipsplatte) Eine Platte aus Gips, die mit Karton ummantelt ist und im Trockenbau weit verbreitet ist. Eine typische Innenwand in einem Wohnzimmer, die mit Rigipsplatten verkleidet und anschließend verputzt wird.
Zementfaserplatte Eine Platte aus Zement und Fasern, die besonders feuchtigkeitsbeständig ist. Fassadenverkleidungen, die den Witterungseinflüssen standhalten müssen.
Bauplatte Ein allgemeiner Begriff für Platten, die im Bauwesen verwendet werden, unabhängig vom Material. Eine Platte, die verwendet wird, um eine Wand zu verkleiden oder einen Boden zu belegen.
Trockenbauplatte Eine Platte, die speziell für den Trockenbau entwickelt wurde, meist Gipskarton-, Faserzement- oder Holzwerkstoffplatte. Eine Platte, die verwendet wird, um eine Wand ohne wasserhaltige Materialien zu errichten.
UV-Beständigkeit Die Fähigkeit eines Materials, sich nicht unter Einwirkung von UV-Strahlung zu zersetzen oder zu verfärben. Eine Acrylglasplatte für ein Gewächshaus, die nicht durch Sonneneinstrahlung spröde wird.
Sandwichbauweise Eine Konstruktion aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien, die miteinander verklebt sind. Eine Fassadenplatte, die aus einer Dämmschicht, einer Trägerplatte und einer Deckschicht besteht.

So funktionieren Kunststoffplatten im Trockenbau

Der Einsatz von Kunststoffplatten im Trockenbau ist im Prinzip einfach, erfordert aber sorgfältige Planung und Ausführung. Hier sind die grundlegenden Schritte:

  1. Planung und Auswahl: Zuerst müssen Sie entscheiden, welche Art von Kunststoffplatte für Ihr Projekt am besten geeignet ist. Berücksichtigen Sie dabei die Anforderungen an Feuchtigkeitsbeständigkeit, Brandschutz, Schallschutz und Design. Für ein Badezimmer sind beispielsweise FRP-Platten oder Zementfaserplatten ideal, während für ein Wohnzimmer auch PVC-Platten oder OSB-Platten in Frage kommen können. Die Unterkonstruktion muss entsprechend der gewählten Plattenart angepasst werden.
  2. Unterkonstruktion erstellen: Bauen Sie eine stabile Unterkonstruktion aus Holz oder Metallprofilen. Achten Sie auf den richtigen Abstand der Profile, damit die Platten später nicht durchhängen. Die Unterkonstruktion muss eben und lotrecht sein, um ein sauberes Ergebnis zu erzielen. Bei der Verwendung von Holzprofilen ist darauf zu achten, dass diese ausreichend trocken sind, um spätere Verformungen zu vermeiden.
  3. Platten zuschneiden: Schneiden Sie die Kunststoffplatten auf die benötigten Maße zu. Verwenden Sie dafür geeignete Werkzeuge wie eine Stichsäge, eine Kreissäge oder ein Cuttermesser. Achten Sie auf saubere Schnitte, um später keine unschönen Fugen zu haben. Beim Zuschneiden von Acrylglasplatten ist es wichtig, eine spezielle Säge mit feiner Zahnung zu verwenden, um ein Ausbrechen des Materials zu verhindern.
  4. Platten montieren: Befestigen Sie die Kunststoffplatten auf der Unterkonstruktion. Verwenden Sie dafür Schrauben, Nägel oder spezielle Klebstoffe. Achten Sie darauf, die Platten nicht zu fest anzuziehen, um Beschädigungen zu vermeiden. Bei der Montage von PVC-Platten ist es ratsam, diese vorzubohren, um Risse zu vermeiden.
  5. Fugen versiegeln: Versiegeln Sie die Fugen zwischen den Platten mit einem geeigneten Dichtstoff, um ein Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Achten Sie auf eine saubere und gleichmäßige Verarbeitung. Im Badezimmer oder in anderen Feuchträumen ist es besonders wichtig, die Fugen sorgfältig zu versiegeln, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Häufige Missverständnisse

Auch wenn der Einsatz von Kunststoffplatten im Trockenbau relativ einfach ist, gibt es einige häufige Missverständnisse:

  • Mythos 1: Alle Kunststoffplatten sind gleich.

    Richtigstellung: Es gibt viele verschiedene Arten von Kunststoffplatten, die sich in ihren Eigenschaften und Anwendungsbereichen stark unterscheiden. Informieren Sie sich genau, welche Platte für Ihr Projekt am besten geeignet ist.

  • Mythos 2: Kunststoffplatten sind immer die beste Wahl.

    Richtigstellung: Kunststoffplatten haben viele Vorteile, aber sie sind nicht für alle Anwendungen die beste Wahl. In manchen Fällen sind traditionelle Materialien wie Gipskartonplatten oder Holzwerkstoffplatten besser geeignet. Achten Sie auf die spezifischen Anforderungen Ihres Projekts.

  • Mythos 3: Kunststoffplatten sind immer wasserdicht.

    Richtigstellung: Einige Kunststoffplatten sind wasserdicht, andere sind nur wasserabweisend. Achten Sie auf die Herstellerangaben, wenn Sie eine wasserdichte Lösung benötigen.

Erster kleiner Schritt

Um ein Gefühl für die Arbeit mit Kunststoffplatten zu bekommen, können Sie ein kleines Übungsprojekt starten. Kaufen Sie eine kleine Acrylglasplatte und versuchen Sie, sie zuzuschneiden und zu bohren. Das Ziel ist es, ein sauberes Loch zu bohren, ohne dass das Material ausbricht. Wenn Ihnen das gelingt, haben Sie einen wichtigen ersten Schritt gemacht. Das Erfolgskriterium ist ein sauber gebohrtes Loch ohne Risse oder Ausbrüche im Acrylglas.

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