Nach langem Kampf haben wir es im Januar 2004 (!) geschafft, dass vom Bauträger eine Luftschallmessung-Messung durchgeführt und sogar bezahlt wurde! Im Wohn-Essbereich im EG wurde nur 51 dB erreicht. Also 2 dB weniger als die DINAbk. 4109 erfordert. Innerhalb des letzten Jahres wurden in fast allen anderen angeschlossenen Häusern auch vom Bauträger bezahlte Messungen durchgeführt. In fast jedem Haus hat's mindestens in einem Zimmer auch nicht gepasst.
Schwachpunkt sind eindeutig die einschaligen Haustrennwände. Diese wurden mit speziellen Schalldämmziegeln (Stärke 20 cm, Rohdichteklasse 2,4) gebaut. Da es bei anderen Bauobjekten deutschlandweit ähnliche Probleme mit diesem Ziegel gibt, wurde dieser inzwischen vom Markt genommen.
Nach nun fast 1 1/2 Jahren und auch Einschaltung eines Rechtsanwalts unsererseits bietet der Bauträger nun als Nachbesserung eine Sanierung durch einseitige Anbringung einer biegesteifen Vorsatzschale an.
Es gibt zwei Lösungen (je nach Platzverhältnis):
1) 8 cm-Ständerwand, gefüllt mit Dämmstoff und beplankt mit 2 Gipskartonplatten, angebracht an den Seiten- / Stichwänden ohne Kontakt zur eigentlichen Haustrennwand
2) 3,5 cm Ständerwand, beplankt mit bleibeschichteten (!) Gipskartonplatten, Anbringung wie bei 1)
Die zweite Lösung käme in den offenen Treppenhäusern zur Anwendung, da es dort nicht genügend Platz für die 8 cm-Lösung gibt. Des weiteren wurde diese Lösung für solche Räume
vorgeschlagen, bei denen die Fenster seitlich nur ca. 4 cm Abstand von der Haustrennwand haben.
Genau zu Lösung 2 hätte ich zwei Fragen:
Diese bleibeschichteten Platten werden normalerweise in Arztpraxen/Krankenhäusern als Strahlenschutzplatten in Räumen mit Röntgengeräten verbaut. Sie sind extrem schwer, und haben entsprechend einen sehr guten Schalldämmwert.
Nun meine Fragen:
1) Sind solche bleibeschichteten Platten überhaupt für reine Wohnräume zugelassen?
2) Kann es zu Problemen mit der Statik kommen, wenn z.B. im Treppenhaus einseitig über eine Breite von ca. 2 Metern in Höhe von 4 Stockwerken (K, E+1+2) solche bleibeschichteten Platten an den (die Treppe begrenzenden) Stichwänden "angehängt" werden?
Jeder der Eigentümer bekommt irgendwie Bauchschmerzen, bei der Vorstellung Blei in seinen Wohnräumen zu haben. Ich habe bei der ganzen Sache ein ungutes Gefühl (auch in Hinblick auf einen späteren Wiederverkauf).
Wie schätzen die Fachleute dieses Thema ein?
Gruß und vielen Dank vorab
J. Holland