Ich habe eine Frage bezüglich eines Feuchtigkeitsproblems bei meinem im Jahr 2010 gedämmten und neu eingedeckten Daches. Leider wurde bisher vergeblich versucht, mit diversen Folien und Klebebändern das Problem zu beseitigen.
Aber der Reihe nach:
Es handelt sich um ein Walmdach mit ca. 250 m² Dachfläche. Verbaut wurden 13 Stück Wohnraumdachfenster Fabrikat Velux mit gedämmten Eindeckrahmen. Der Innenraum wird derzeit ausgebaut (Trockenbau) und ist noch nicht beheizt. Allerdings beträgt die Temperatur konstant 14 °C und die Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 49 %. Dachaufbau:
- Schalungsbretter
- L+D Folie
- Linitherm Aufdachdämmung (PURAbk. Hartschaum) 120 mm (Firma Linzmeier)
- Lattung / Konterlattung
- Decra Metalldachplatten (analog Prefa, jedoch verzinktes und beschichtetes Stahlblech)
Die komplette Maßnahme wurde von einer Dachdecker-Fachfirma ausgeführt. Jedoch gab es schon kurz nach der Abnahme die ersten Probleme, welche auf mangelnde fachliche Ausführung zurückzuführen waren. Es wurde ein gerichtliches Gutachten erstellt und die Mängel unter Aufsicht eines öffentlich bestellten Sachverständigen behoben. Einzige Ausnahme: Nachwievor haben wir einen Feuchtigkeitsanfall im Fensterbereich zwischen Aufdachdämmung und Dampfsperrschürze zu verzeichnen. Also nicht an der Raumseite, sondern außen auf der Schürzen-Folie. Der Dämmhersteller teilt mit, dass es nicht sein darf, Velux gibt keine Auskunft und sagt dies wäre Sache der ausführenden Dachdecker-Firma, der Sachverständige sowie die Dachdeckerfirma selbst wissen keinen Rat, außer dass es sich Ihrer Meinung nach um anfallendes Tauwasser in geringen Mengen handeln würde und "sicherlich" unbedenklich sei. Ein sicherlich hilft mir nun leider wenig weiter und ist gerade für den weiteren Innenausbau mit Gipskarton nicht die passende Antwort. Daher verweigere ich auch bis zum heutigen Tage die Abnahme. Bei dem letzten Versuch einer luftdichten Herstellung des Anschluss von Dampfsperre zu Dachfenster wurde ein Fenster komplett freigelegt. Dabei konnte sowohl der Sachverständige als auch ich selbst, erhebliche Feuchtigkeit rund um das Fenster im Bereich der Dämmung feststellen. Anschließend wurde wieder eine Folie (diesmal von ISOVER) zurechtgeschnitten und angeklebt. Außerdem wurde diesmal sogar auf zusätzliche Dämmkeile verzichtet, sodass die Dämmung im Bereich des Fensters fast vollständig fehlt. Kurz darauf war wieder Wasser in der Folie im Firstbereich zu erkennen. Leider soll es wohl nun so bleiben und der Sachverständige ist der Meinung, dass man dies so abnehmen könnte. Ich möchte noch hinzufügen, dass auch der Anschluss von Fensterfolie zu L&D Folie eher einen Kompromiss darstellt. Bei Montage der Fenster wurde die Schalbretter mit der darüber liegenden L&D Folie und der Dämmplatten einfach mit der Motorsäge durchtrennt. Dadurch ist die L&D Folie bündig mit den Schalbrettern und kann nun nicht mehr gefasst werden. Daher der Kompromiss mit Empfehlung des Sachverständigen, dass Trockenbauprofile in die Linitherm Dämmplatten umlaufend eingeschlagen wurden und hier nun die Folie angeklebt und letztendlich mit dem Fenster verklebt wurde. Ich hoffe Ihr könnt mir folgen.
Ich würde nun gern wissen, woher die Feuchtigkeit kommt, wie man das Problem beheben kann und was ihr sonst zu der Ausführung unseres Daches sagt. Ich persönlich bin entsetzt über die baulichen Ausführungen der Dachdeckerfirma. Und trotz gerichtlich eingeklagter Mangelbeseitigung unter Aufsicht des Sachverständigen eher unglücklich mit der Situation.
Mit freundlichen Grüßen