Donnerstag, 28. September 2006
Hallo und guten Tag allerseits. Ich habe folgendes Problem und hoffe, hier Hilfe zu finden:
Partieller Dachausbau und Dachdämmung (Dach ohne Unterspannbahn)
1. Bestandsaufnahme:
1.1. Vorhandener Dachaufbau von außen nach innen:
- Ziegel
- Dachlattung
- Sparren (ca. 16 cm)
1.2. Zustand:
Die Büroräume im Obergeschoss unter dem ungedämmten Dachraum sind im Sommer unerträglich heiß und im Winter fallen extrem hohe Energiekosten an.
Es fehlt an Raum für ein Archiv und ein einfacher Schlafplatz wird benötigt.
2. Vorhaben:
2.1. Gedämmter Raum im Dach (Archiv) über den Büroräumen (mit Zugang über eine einfache Innentreppe vom Büro aus) wie nachfolgend beschrieben.
Eine Zwischensparrendämmung im Bereich über den Büroräumen mit obligatorischer Dampfsperre und Ausbau mit 12,5 mm Gipskartonfeuerschutzplatten (GKF) auf Hut-Deckenprofil soll für besseres Klima sorgen.
Beidseitig werden ca. 50 cm hohe Abseiten eingebaut.
Zwei leichte Metallständerwände (75 mm) mit 40 mm Mineralwolldämmung und Dampfsperre unter der innseitigen Beplankung dienen als Stirnseiten des neuen Dachraumes zur Abteilung vom übrigen Dachraum. (Die Dampfsperre wird luftdicht an die angrenzenden Schrägen angeschlossen.)
Für den Schornsteinfeger wird eine Innentür in der Metallständerwand zu Schornstein und Dachausstieg hin eingebaut.
Die Geschossdecke (Holzbalkendecke) wird für einen Treppenaufgang vom Büro ins Archiv geöffnet, um den langen Weg durch Büroräume und Treppenhaus abzukürzen. Ein Wechsel der Balken ist erforderlich; das macht ein Zimmermann. Die Geschossdecke wird vom Dachraum aus gedämmt. (Vgl. Pos. 3.2.!)
Ist ein weiterer Fluchtweg erforderlich? Möglich wäre eine weitere Innentür in der gegenüberliegenden Stirnwand zum Treppenaufgang (Treppenhaus) hin.
2.2. Neuer Aufbau des Daches von außen nach innen:
- Dachpfannen
- Dachlattung
- Sparren und Distanzlattung
- 12 cm Zwischensparrendämmung
- Dampfsperre luftdicht verklebt
- Hut-Deckenprofil als Tragkonstruktion für 12 mm GKF
- 12 mm GKF
3. Die Problematik:
3.1. Keine Unterspannbahn
Da keine Unterspannbahn vorhanden ist, muss zum einen sichergestellt sein, dass die Dachpfannen wirklich keine Nässe (Treibschnee oder Schlagregen) in nennenswerter Menge durchlassen. Hierzu muss ein Dachdecker das Dach begutachten.
Feuchtigkeit jedweder Art (Tau auf der Unterseite der Dachpfannen, oder von außen zwischen den Pfannen hindurch eindringende Nässe) muss zum anderen schnell wieder verdunsten, damit es zu keinen Problemen mit feuchter oder gar nasser Dämmung kommt.
Wenn Ersteres gegeben ist, (dafür übernehme ich keine Gewähr, das ist Dachdeckersache), kann Letzteres durch ausreichende Hinterlüftung gewährleistet werden. Diese sollte ca. 4 cm betragen und wird z.B. dadurch erreicht, dass auf die Dachlattung von innen zwischen den Sparren in geeigneten Abständen eine senkrechte, 4 cm starke Lattung aufgeschraubt wird, welche als Distanzhalter für den Klemmfilz zu den Dachpfannen dient.
Nun bleiben allerdings nur noch ca. 12 cm für die Zwischensparrendämmung. Die Sparren sollen möglichst nicht aufgedoppelt werden, weil der Dachraum ohnehin eigentlich schon zu klein und jeder cm kostbar ist.
3.2. Dämmung des Dachbodens, Luftdichtigkeit
Da das Dach unter das Niveau des Dachbodens herunterreicht und auch weiter unten weder ernstzunehmende Dämmung noch Dampfsperre existieren, kann die Dampfsperre nirgends ordnungsgemäß angeschlossen werden. So wäre die Luftdichtigkeit nicht gewährleistet und mit Schäden Aufgrund von Kondenswasser wäre zu rechnen. Also soll die Dampfsperre statt dessen waagerecht unter den Dachboden geführt und an die aufgehenden Schrägen luftdicht angeschlossen werden.
Der Rauspund kann zu diesem Zweck aufgenommen und seitlich gelagert werden. Es existiert keine Schüttung oder Lehmschlag zwischen den Deckenbalken, sodass eine Dämmung zwischen den Balken ohne weiteres möglich ist. (Es werden also 160 mm Klemmfilz in die Fächer eingebracht.) Die Dampfsperre wird nun seitlich an den aufgehenden Folien beginnend luftdicht verklebt, waagerecht über die Balken geführt und geschlossen, sowie der Rauspund wieder verlegt.
Als Endfußboden wird OSBAbk. Platte (Nut-Feder) vollflächig schwimmend verlegt und endbehandelt (Hartwachsöl).
Neuer Bodenaufbau von oben nach unten:
- OSB, schwimmend verlegt, fertig endbehandelt (geschliffen, geölt)
- Dielen, genagelt/geschraubt
- Dampfsperre
- Balkendecke mit 16 cm Mineralwolle in den Fächern
3.3. Das Treppenloch und die Innentüren
Der so entstandene Raum im Dachraum wäre nun luftdicht und könnte als Wärmedämmung über dem Obergeschoss (Büroräume) dienen.
Nun soll aber das Archiv über eine einfache Innentreppe vom Büro aus zu erreichen sein. Hier entsteht nun eine permanente Wärmebrücke zum Büro hin (Treppenöffnung ca. 2x1 m). Außerdem wird für den Schornsteinfeger einen Zugang vom Archiv zum Schornstein an der Giebelwand benötigt, da der bisherige Durchgang vom Treppenhaus her über den Dachboden durch den neuen Dachraum verbaut wird. Es muss also auch noch mindestens eine Tür zum Schornstein hin eingebaut werden, welche eine Wärmebrücke zum nicht ausgebauten Dachraum darstellt. Weiterhin ist ungeklärt, ob ein Fluchtweg über das Treppenhaus gesetzlich vorgeschrieben ist.
Nachdem ich das nun so ausführlich geschildert und sicher alle geduldigen Experten gehörig gelangweilt habe':
4. Meine Fragen:
1. Reichen 12 mm Zwischensparrendämmung für diesen Zweck und dürfen sie ohne Unterspannbahn mit dieser Hinterlüftung verbaut werden?
2. Stellen die Öffnungen bauphysikalisch ein Problem dar (Temperatur- / Feuchtigkeitsgefälle)?
3. Wird eine "Fluchttür" benötigt?
4. Wird für den Ausbau eine Baugenehmigung benötigt?