Die Kernfrage ist, ob ein System existiert, das die aktuelle Wirkleistung am Netzanschlusspunkt (Einspeisung oder Bezug) messen und einen Batteriespeicher entsprechend dynamisch steuern kann. Konkret soll der Speicher den PV-Überschuss aufnehmen, wenn mehr produziert als verbraucht wird, und bei Bedarf Energie abgeben, wenn der Verbrauch die PV-Leistung übersteigt. Dies würde den Netzfluss auf nahe 0 W regeln.
Für die Realisierung sind mehrere Komponenten entscheidend:
- Zählerdaten-Erfassung: Ein digitaler Stromzähler mit einer zugänglichen Schnittstelle (z.B. S0-Bus, optische Schnittstelle) ist notwendig, um die Echtzeit-Leistungsdaten auszulesen. Die genaue Schnittstelle und die auslesbaren Daten sind vom Zählertyp abhängig.
- Speichersteuerung: Eine intelligente Steuerungseinheit, die die Zählerdaten verarbeitet und den Lade-/Entladevorgang des Speichers regelt. Dies kann eine Eigenbau-Lösung oder ein kommerzielles System sein.
- Batteriespeicher mit Hybridwechselrichter: Ein Batteriespeicher, der über einen Hybridwechselrichter verfügt, der sowohl die PV-Anlage als auch den Speicher und das Netz managen kann. Dieser muss in der Lage sein, auf die Steuersignale der Zählerdaten-Erfassung zu reagieren.
Die technische Machbarkeit hängt stark von der Verfügbarkeit und Auslesbarkeit der Zählerdaten sowie der Kompatibilität der Speicher- und Steuerungskomponenten ab. Rechtliche und netztechnische Vorgaben sind ebenfalls zu beachten.
Antworten auf Rückfragen
- Welchen genauen Typ und welches Modell hat Ihr digitaler Stromzähler und welche Schnittstellen (z.B. S0-Bus, optische Schnittstelle mit Auslesekopf) sind vorhanden oder zugänglich?
Das muss ich zunächst noch prüfen. Ich habe einen digitalen Stromzähler, weiß aber aktuell weder Hersteller/Modell noch, welche Schnittstelle bzw. Auslesemöglichkeit konkret vorhanden ist. Genau hier wäre auch meine erste Frage: Welche Schnittstelle wäre für eine solche Anwendung sinnvoll bzw. welche Zählerdaten müsste man auslesen können? - Welche Leistungsklasse hat der geplante Batteriespeicher (in kWh und kW Lade-/Entladeleistung)?
Noch keine konkrete Planung. Ich möchte zunächst verstehen, ob das von mir beschriebene Prinzip überhaupt sinnvoll und technisch realisierbar ist. Die Größe des Speichers und die Lade-/Entladeleistung würden sich dann aus dem tatsächlichen Bedarf ergeben. - Welche Art von Wechselrichter planen Sie für das Balkonkraftwerk und den Speicher (z.B. Hybridwechselrichter, separater Wechselrichter für Speicher)?
Noch keine konkrete Auswahl. Auch das ist Teil meiner Frage. Ich stelle mir grundsätzlich vor, dass der Speicher einen eigenen Wechselrichter haben könnte und anhand der vom Stromzähler gemeldeten aktuellen Leistung dynamisch lädt bzw. entlädt. - Gibt es bereits konkrete Überlegungen zur Speichersteuerung und deren Anbindung an die Zählerschnittstelle (z.B. Eigenbau-Lösung, kommerzielles System)?
Nein, noch nicht. Ich habe keine fertige Lösung im Kopf. Meine Vorstellung ist zunächst einmal sehr einfach: Zähler meldet z. B. 300 W Einspeisung → Speicher lädt mit ungefähr 300 W. Zähler meldet z. B. -400 W Netzbezug → Speicher speist ungefähr 400 W ins Hausnetz ein. Die eigentliche Frage ist für mich, ob es fertige Systeme gibt, die genau so bzw. ähnlich arbeiten können. - Welche maximalen und durchschnittlichen Stromverbräuche erwarten Sie im Haushalt zu den Zeiten, in denen das Balkonkraftwerk Strom produziert?
Das habe ich bisher nicht detailliert erfasst. Auch hier geht es mir zunächst um das grundsätzliche Konzept und nicht um eine konkrete Dimensionierung des Speichers. - Sind Ihnen die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorschriften für die Installation und den Betrieb von Batteriespeichern in Deutschland bekannt (z.B. EEG, VDE-Normen)?
Nein, nicht im Detail. Mir ist bewusst, dass für Installation und Betrieb entsprechende Vorschriften gelten und dass eine fachgerechte Installation erforderlich sein kann. Ich möchte mit meiner Frage zunächst die technische Möglichkeit verstehen und anschließend natürlich die rechtlichen und normativen Anforderungen berücksichtigen. - Welche Art von Gebäudedämmung und Fensterisolierung liegt vor, um den Energiebedarf des Haushalts realistisch einschätzen zu können?
Das halte ich für meine ursprüngliche Fragestellung für nicht relevant. Es geht nicht um die Heizenergie bzw. den Wärmebedarf des Gebäudes, sondern um die elektrische Leistung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt im Haushalt verbraucht bzw. vom Balkonkraftwerk erzeugt wird. - Haben Sie bereits Angebote für Speicher und Wechselrichter eingeholt und welche Kosten wurden Ihnen genannt?
Nein. Ich möchte bewusst zunächst klären, welches technische Konzept überhaupt geeignet wäre, bevor ich mich auf bestimmte Hersteller oder Systeme festlege. - Welche maximalen Einspeiseleistungen sind für Ihr Balkonkraftwerk und den Speicher gemäß den aktuellen Vorschriften zulässig?
Mein Balkonkraftwerk hat 800 W. Welche zusätzlichen bzw. unterschiedlichen Regelungen für einen Speicher gelten, ist gerade eine der Fragen, die ich anschließend klären möchte. - Gibt es bereits eine bestehende Elektroinstallation im Haus, die für die Integration eines solchen Systems ausgelegt ist (z.B. FI-Schutzschalter, Absicherung)?
Das kann ich derzeit nicht abschließend beurteilen. Auch hier würde ich eine konkrete Umsetzung natürlich von einer Elektrofachkraft prüfen lassen. Für die grundsätzliche Frage, ob ein Speicher anhand der aktuellen Leistung am Netzanschlusspunkt geregelt werden kann, sollte das meiner Meinung nach aber zunächst zweitrangig sein.
