lese hier seit geraumer Zeit mit und hoffe inzwischen genügend Fachwissen angesammelt zu haben, um meine Frage (n) entsprechend formulieren zu können.
Wir planen einen Dachgeschossausbau, sind uns aber nicht sicher, welche Art und Ausführung der Dämmung die Beste ist.
Es handelt sich um ein gebrauchtes Fertighaus (13 Jahre alt) eines renommierten deutschen Herstellers. Das Haus hat ein Sparrendach ohne Kehlbalken und einen Drempel (50 cm).
Der Vorbesitzer hat das Dachgeschoss schon gedämmt, Ausführung und Zustand sind jedoch mangelhaft.
Der Ist-Zustand - Dachaufbau:
- Betonziegel
- Lattung
- diffusionsoffene Unterspannbahn, vermutlich Fa. BMI BRAAS (laut Auskunft des Herstellers)
- Sparren, 28 cm
Ist-Zustand, Dämmung:
- Glaswolle, 20 cm dick, zwischen die Sparren gestopft so weit es ging
- Dampfsperrfolie, zwischen den Sparren, direkt auf der Glaswolle (es wurden Folien unterschiedlicher Hersteller verwendet), mit Holzlatten an den Sparrenseiten befestigt
Teilweise ist das Dachgeschoss zwischen den Sparren vertäfelt, teilweise ist die Vertäfelung nicht vorhanden und man blickt direkt auf die Dampfsperre und die dahinter liegende Glaswolle.
Dass zumindest der Zustand der Dämmung mangelhaft ist, erkennt selbst der Laie daran, dass sich die Verklebungen zwischen den einzelnen Folien an zahlreichen Stellen gelöst haben und man direkt in die Glaswolle greifen kann.
Dass die Ausführung der Dämmung mangelhaft ist, meint der Laie (ich) daran zu erkennen, dass a) unterschiedliche Folien benutzt wurden und b) ein offenbar untauglicher Kleber benutzt wurde (es handelt sich um eine nicht näher definierbare schwarze Masse).
Nun hat die Nachfrage beim Haushersteller ergeben, dass wir am besten die gesamte Dämmung entfernen und folgenden Aufbau realisieren sollten: Einbau der 20-24 cm dicken Dämmung bündig mit der Unterseite der 28 cm dicken Sparren, sodass oberhalb der Dämmung eine Belüftungsebene zwischen Dämmung und Unterspannbahn bestehen bleibt. Die raumseitige Dampfsperre sollen wir dann direkt auf den Sparren anbringen.
So weit, so gut. Leider nur sieht man dann ja die schönen Sparren nicht mehr ☹
Unsere Frage lautet also nun:
Ist die Empfehlung des Herstellers zwingend oder funktioniert auch die vom Vorbesitzer gewählte Ausführung (Erneuerung und fehlerfreie Ausführung der Dampfsperre vorausgesetzt). Wir würden die Sparren nämlich gern sichtbar lassen, was wie beschrieben aber nur funktioniert, indem man auf die vom Hersteller empfohlene Hinterlüftung verzichtet.
In diesem Zusammenhang sind wir bei unseren Recherchen auf die Klimamembran gestoßen. Hier stellt sich uns die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, bei Verzicht auf die Hinterlüftungsebene, raumseitig eine solche Klimamembran zu verwenden. So wäre gewährleistet, dass evtl. eingedrungene Feuchtigkeit im Sommer raumseitig abdampfen kann.
Ist das eine empfehlenswerte Lösung oder welche Nachteile gibt es (außer für unseren Geldbeutel)? Laut einer Langzeituntersuchung des Fraunhofer-Instituts soll es ja bei Verwendung einer herkömmlichen Dampfsperre im Laufe der Jahre zu einem kontinuierlichen Feuchtigkeitsanstieg im Dachaufbau kommen, während dies bei Verwendung einer Klimamembran nicht der Fall sei. Ist dieser Untersuchung Glauben zu schenken oder handelt es sich nur um ein Marketinginstrument?
Hätte noch einige Detailfragen mehr, denke aber, dass es erstmal reicht ...
Viele Grüße
Karsten
